Kurier 25. April 1995

Gendarmen jagen im Wald harmlose Dämonentruppe

Arbeiter glaubten an “paramilitärische Übungen”

Gendarmerieeinsatz gegen Walddämonen, so etwas gibt’s. Geschehen am vergangenen Wochenende in der Gemeinde Emmersdorf, Bezirk Melk.
Am Samstag hatten Waldarbeiter bei St. Georgen eine bewaffnete Truppe in Kostümen beobachtet. Sie verständigten die Gendarmerie. Man vermutete eine paramilitärische Übung von Neonazis.
Die Gendarmen rasten in den Wald. Militärisch getarnt und bis an die Zähne bewaffnete Gestallten stellten sich plötzlich den Beamten entgegen:
Es waren Ritter mit Schwertern,

“Orks” mit Knüppeln, Elfen mit langen, spitzen Ohren und Dämonen mit Zauberstäben. Die Aufregung legte sich rasch: Die Waffen waren aus Schaumgummi.
Des Rätsels Lösung: Eine Gruppe junger Leute veranstaltete ein “Dämonengelage”. Thema: die Burg Weidenegg sollte von einem bösen “Schwarz-Magier” befreit werden.
Da die Gendarmen an “Märchen” aller Art gewöhnt sind, wurde die Geschichte mit Kopfschütteln akzeptiert. Es setzte eine Verwarnung und die Ermahnung, sich vor dem nächsten Spektakel zu melden.

Johann Frank

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